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Sommerwanderung

Duisburg-Rom Etappe 08 Oberalppass - via Passo di Piatto / Verzasca - Lamone (Lugano)

Sommerwanderung
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Verantwortlich für diesen Inhalt
Heike Nickisch 
  • Rheinquelle Lago di Toma
    / Rheinquelle Lago di Toma
    Foto: Heike Nickisch, Community
  • / zum Passo Bornengo
    Foto: Heike Nickisch, Community
  • / zum Passo Bornengo
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  • / an der Cadlimohütte
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  • / Lago Ritom
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  • / Von Chironico zur Alpe Sponda
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  • / Alpe Sponda
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  • / Frühstücksausblick Alpe Sponda
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  • / Blick vom Passi di Piatto zum Laghetto
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  • / Ausblick Capanna Cognora
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  • /
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  • / Rustici in Gerra
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  • / Verzasca
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  • / Hotel Casa Da Vinci Locarno
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  • / Ascona
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  • / Blick vom Monte Gradicicoli
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m 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 -500 120 100 80 60 40 20 km

Achte Etappe der Gesamtstrecke Duisburg - Rom

10 Tage inkl. Alpenüberquerung über Gotthardgruppe  T2-T3

schwer
137 km
61:50 h
6466 hm
8191 hm

Übernachtungen:

1 Maighelshütte

Cadlimohütte

Lavorgo

Alpe Sponda

Capanna Cògnora

Frasco

Berzona

Locarno

Alto Malcantone

10 Lamone-Cadempino Bahnhof

Autorentipp

Alpe Sponda

Grotto due Ponti in Giornico

Capanna Cognora: 1A Selbstversorgerhütte

Casa Da Vinci in Locarno

Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
2633 m
Tiefster Punkt
193 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Das Handynetz in der CADLIMO-Hütte ist schlecht bis nicht vorhanden, aber die Cadlimo bietet WLAN für 5 CHF.https://www.cadlimohuette.ch/cadlimo-huette/

Wir sind die Tour in 10 Tagen gewandert. Würde ich die Strecke nochmals laufen, würde ich eher 12 Tage einplanen. Zwischen Cadlimo und Lavorgo sowie auf der Alpe Neggia würde ich weitere Übernachtungen einplanen. 

Start

BHF Oberalppass (2040 m)
Koordinaten:
DG
46.659888, 8.671009
GMS
46°39'35.6"N 8°40'15.6"E
UTM
32T 474829 5167422
w3w 
///kostüme.weiten.zoll

Ziel

Via Gambarogno Lamone-Cadempino

Wegbeschreibung

Tag 1  Oberalppass -> Maighelshütte via Rheinquelle Lago di Toma
6,9 km - 500 Hm Aufstieg - 228 Hm Abstieg - 3 Std. - T2 Bergwandern

Nach einer mit 40 Min. Verspätung langen, wenig entspannten Zugfahrt über Nacht; wir hatten zwar 1. Klasse gebucht, aber nebenan im Bistro fand ein Junggesellenabschied statt :D , kamen wir am morgen in Disentis an, weiter mit der Gotthardbahn und gegen Mittag waren wir am Oberalppass. Eine erste Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen gab es in der gleich neben dem Leuchtturm gelegenen Ustria Alpsu.
Leider hatten wir uns schon nach 10METERN(!) verlaufen und sind gleich neben dem Leuchtturm die Strecke hochgelaufen und haben nach ca. 1/3 gemerkt, dass wir auf dem Weg zum Pazzolastock waren... also kehrten wir um, vorbei an der Infohütte ca. 1,5 Std. zur Rheinquelle auf 2345m: der Tomasee.

Nach einer Pause geht es weiter ca. 1,5 Std. zur Maighelshütte: https://www.maighelshuette.ch/  und wir bezogen gemeinsam mit 3 weiteren älteren Schweizerinnen und einem Hochtourengänger das Ravetsch Zimmer. Nach einem reichhaltigen Essen (Gemüsesuppe, Salat, Kalbsgeschnetzeltes mit Nudeln und Vanillepudding mit Zwetschgen) lagen wir um 21 Uhr in den Kojen, während die älteren Damen noch nach der bereits geleerten Flasche Wein noch 1 Runde Baileys bestellten :) 

Tag 2  Maighelshütte -> Capanna Cadlimo
7,9 km - 672 Hm Aufstieg - 416 Hm Abstieg - 4,5 Std. - T3+ anspruchsvolles Bergwandern

Durch das Val Maighels hinauf, vorbei an einer Ansammlung von Steinmännchen und einem kleinen See führt der Weg (im Juni über große z.T. feste vereiste Schneefelder, wir mussten Steigeisen nutzen) durch ein Geröllfeld zum Passo Bornengo mit 2631m. Auf der anderen Seite des Passes geht es ein paar hundert Höhenmeter über Schnee- und Geröllfelder bergab ins Val Bornengo. Bei dem noch vielen vorhandenem Schnee war es schwierig, die Markierungen zu entdecken. Bes. an den steilen Passagen war essehr anstrengend, auf dem weichen, rutschigen Schnee auf dem Weg zu bleben, sodass meine Freundin 3 Meter herabrutschte und sich zum Glück an einem Stein festhalten konnte.
Zwischen den Felsen geht es dann nach rechts hoch, sehr steil mit Kletterpassagen über schieferfelsen / Gotthardgranit hinauf zur SAC-Hütte.

Wir haben die Abzweigung nach links auf rund 2350m zur Capanna leider übersehen und sind ca. 50 Hm hinab Richtung Airolo. "Querbergein" geht's den Weg wieder hinauf zur Hütte. An der Hütte trafen wir auch die 3 Damen wieder, die sich wg. unserer späten Ankunft gefragt haben, ob wir Picknick gemacht hätten :)
An der Hütte gab es eine Gemüseboullion, Safranreis mit Pilzen und zum Nachtisch eine Apfelsahnecreme. Wir saßen am Tisch mit einem jungen schweizer Paar und einem erfahrenen Tourengänger (und Radfahrer) aus dem Schwabenland mit seiner schweizerischen Frau. Alles sehr nette Menschen!

Am Abend und am nächsten morgen zeigen sich zur Freude aller noch viele Steinböcke an der Hütte 

Das Handynetz in der Hütte ist schlecht bis nicht vorhanden, aber die Cadlimo bietet WLAN für 5 CHF.https://www.cadlimohuette.ch/cadlimo-huette/

Tag 3  Capanna Cadlimo -> Seilbahn Piotta -> Rodi-Fiesso ->Bus-> Lavorgo
ca. 15 km - 210 Hm Aufstieg - 812 Hm Abstieg - 5 Std.+Seilbahn/Bus - T2 Bergwandern

Von der Capanna folgen wir der Beschilderung zum Lago Ritom, vorbei am im Juni noch zugefrorenen Lago Scuro. Eine traumhafte Strecke mit Blick über den Lago Ritom, führt uns einmal rechts und einmal links vorbei an kleinen Seen, bis wir zum Lago di Tom gelangen. Während des Abstiegs spaziert ein Vater mit Rucksack und seinem ca. 4 jährigen Sohn auf den Schultern lustig albernd an uns vorbei hinab - Hut ab! Die zwei hatten wir ebenfalls schon in der Cadlimohütte gesehen.
Rechtsseitig gehen wir weiter bis zum Lago Ritom, sehen einige Murmeltiere, die wieder schnell in Ihrem Bau verschwinden und wir kehren im Rifugio Lago Ritom ein auf eine Portion Polenta mit Bergkäse und dazu einen Suure-Most.

Im Anschluß gehen wir ein Stück hinab zur Piora Standseilbahn, wo wir eine weitere Familie mit 3 Kindern wiedertreffen. Sie waren bereits in der Maighelshütte untergebracht. Offenbar erfahrene Berggänger, die kleinste ist uns schon am Berg aufgefallen, die wie eine Bergziege unermüdlich hinauf- und abstieg.
Nach 12-minütiger Fahrt zur Piotta Centrale gehen wir am linken Ufer des Ticino die VIA GOTTARDO / Strada Bassa zunächst den Fluß entlang. Nach einer Brücke steigt der Weg in den Wald hinauf, ein Wurzelpfad am Südhang entlang. Am Dorfende von Quinto wechseln wir zum rechten Flußufer: die Route führt treppabwärts zur Autobahn, die wir unterqueren. Etwa 200 m der Bahnlinie entlang, bis auch sie sowie die Hauptstraße überquert wird. Weiter folgen wir dem Wegweiser Tre Capelle dem Wanderweg zum Wald hinauf; die Wurzelpfade erfordern Aufmerksamkeit. 

Wir hätten gerne eine weitere Übernachtung in Rodi Fiesso eingefügt, um die Strecke komplett zu Fuß zurückzulegen. Leider haben hier viele Gasthäuser Montags Ruhetag, und die nächste Möglichkeit ergab sich erst in Lavorgo. Es ist noch ein weiter Weg bis Lavorgo und vor dem weiteren Aufstieg zur alpe Sponda am nächsten Tag, entscheiden wir uns dann in Rodi-Fiesso den Bus nach Lavorgo Stazione zu nehmen und steuern das Hotel Defanti an. Ein gute Wahl!! Eine Unterkunft mit ganz zauberhaften und aufmerksamen Gastgebern!
Dank des Ticino Tickets fahren wir kostenlos am Abend noch mit dem Bus in den hübschen Ort Giornico zur Grotto Due Ponti (Empfehlung!) zum Abendessen, was wir nicht gesehen hätten, wäre im Ort Lavorgo nicht Montags alles geschlossen. 

Tag 4  Chironico -> Alpe Sponda
6,9 km - 1219 Hm Aufstieg - 7 Hm Abstieg - 5 Std. - T2/T3 Bergwandern

Am nächsten Tag können wir auch mit dem Ticino Ticket den Bus nach Chironico nehmen und sparen dadurch 2,5 km und knapp 200Hm (die Kraft brauchen wir auch für den langen Aufstieg zur Sponda).

Von Lavorgo fahren wir mit dem Bus zum malerischen Ort Chironico und starten von dort erst eine lange, konstant ansteigende Straße durch das Val Chironico bis hoch zum Wald. Dort biegen wir rechts ab und es geht über z.T. steilere Passagen mit unzähligen Spitzkehren, vorbei an der Transportbahn Richtung Cala. Mitten im kleinen Ort, wunderschön auf einer Anhöhe liegend, machen wir Rast an einem Brunnen. Weiter geht es der "offiziellen" Beschilderung Richtung Laghetto. (Es gibt noch einen zweiten, "alten" Weg, als "inufficio" beschildert. Zwar soll dieser kürzer sein, wurde aber seit einiger Zeit nicht mehr gepflegt.) Wunderschön geht es wieder z.T. recht steil durch den Wald. Die staub trockene rote Erde ist teilweise nicht besonders griffig, wir bemerken immer wieder die vielen glitzernden Fossilien am Weg (es ist strengstens verboten, sich Steine als Souvenirs mitzunehmen!)

Plötzlich sehen wir die Sponda. Es scheint nicht weit, aber der Weg bis zur Alpe und weiter hoch zur Sponda zieht sich dann doch noch ganz schön. Sehr zufrieden kommen wir an der wunderschönen Sponda Hütte an - wir sind die einzigen Gäste und werden unglaublich liebevoll begrüßt, bedient und bekocht (Rinderbraten mit Kartoffelpürree mit gemischtem Salat und zum Nachtisch ein Apfelstrudel-Dessert mit Vanilleeis zum reinlegen!!).

In der Sonne genießen wir das unglaubliche Panorama bei Apfelscorle, Bier und Wein und gehen beeindruckt vom ganzen Tag und schließlich mehr als zufrieden schlafen. 

Tag 5  Rifugio Alpe Sponda -> Capanna Cognora
ca. 9 km - ca. 650 Hm Aufstieg - ca. 700 Hm Abstieg - 5-6 Std. - T2/T3 Bergwandern

Vom Rifugio Sponda gehen wir hinab zur Alpe - dort stößt mich immer wieder eine Ziege mit ihren Hörnern an und ich vermutete, sie hatte etwas dagegen, dass wir dort laufen - weit gefehlt, sie wollte nur gekrault werden :) Nur schwer konnten wir uns trennen :))
Ab der Alpe Sponda weist ein Schild zur Capanna Cognora. Dieser Weg scheint sehr neu zu sein, er war nämlich 2017 noch auf keiner Karte (outdooractive / mapplus etc.) vermerkt.
Auf Empfehlung des Hüttenwartes folgen wir der Strecke. Durch die stark wuchernden Alpenröschen sind viele Markierungen zugewachsen und wir müssen ganz genau schauen, damit wir auf dem Weg bleiben - meist gelingt es uns, manches Mal mussten wir auch ein paar Meter wieder zurück. Nach einem stetigen Abstieg durch den Wald haben wir plötzlich einen fantastischen Ausblick auf den Wasserfall. Unterhalb des Wasserfalls überqueren wir den Fluß über eine scheinbar provisorische Brücke bestehend aus zwei Metallplatten - etwas beunruhigend die Tatsache, dass meine Freundin VOR der Brücke eine sehr große Schraube fand, was sie mir erst nachher sagte :D

Egal - weiter geht es, bis wir zum Talkessel gelangen und den Fluss über eine Holzbrücke mit "anständiger Schlagseite" passieren. Wieder ein beeindruckendes Panorama - wir sind überwältigt, die Sponda ganz oben, ganz klein entdecken zu können - schonwieder ist der letzte Punkt so weit weg.

Stetig ansteigend kommen wir den Schildern zum Laghetto folgend an einem alten Fischerhäuschen an und kurz drauf sehen wir das Ufer des Laghetto - ein wunderschöner Bergsee! Rückblickend kann ich nur empfehlen, diese Tour auf zwei Tage aufzuteilen und am Laghetto zu übernachten.

Rechtsseitig am See entlang folgen wir der Beschilderung zum Passo di Piatto - mit sagenhaften Ausblicken über den See und die umher liegenden Gipfel. Der Passo di Piatto bietet Ausblicke ins Val Vergornèss und das Verzascatal. Hinter der Passhöhe folgt man dem sehr gut begehbaren Weg stetig am Hang entlang zur Capanna Cognora - nach unserem Empfinden zog sich der Weg sehr. Hinter jeder Kurve dachten wir, wir müssten doch langsam da sein - nein, wieder nicht... nächste Kurve...

Als wir an dieser unbewarteten Bilderbuchhütte angekommen waren, fielen die Strapazen von uns. Es ist alles vorhanden: diverse Konserven wie Ravioli, versch. Gemüse, Tütensuppen, Nudeln, Reis, Bier, Wein, Softdrinks, Kaffee, etc. ... eine aßerordentlich gepflegte Hütte mit wunderschönem Ausblick. Wir hatten das Glück, allein in dieser Hütte zu sein und den Ausblick bei Ravioli mit Erbsen, Konserven-Thunfisch und Bier bis zum Abend hinein bei klarem Himmel und sommerlichen Temperaturen zu genießen!

Tag 6  Capanna Cognora -> Frasco 
ca. 9,5 km - ca. 650 Hm Aufstieg - ca. 700 Hm Abstieg - 3,5-4 Std. - T2/T3 Bergwandern

Nachdem wir die Hütte wieder sauber und orderntlich hergerichtet und unseren Obulus in die dafür vorgesehenen Umschlag und in die Kasse eingeworfen haben, verabschieden wir uns von der bezaubernden Alpenwelt und starten bei 8 Grad den letzten Abstieg nach der Überquerung der Tessiner Alpen hinab ins Verzascatal - ein teilweise steiler und nicht enden wollender Zick-Zack Weg.

Schließlich kommen wir an der Straße nach Sonogno an. Nach einer kurzen Rast sind wir auch schnell im malerischen Ort Sonogno, wo uns bereits einige Asiaten mit Schirmmützen entgegenkommen. In der Grotto Redorta essen wir einen hausgemachten Joghurt mit frischen Beeren und trinken eine Gazzosa. Weiter machen wir uns auf den Weg am rechten Flußufer entlang nach Frasco. Im Internet lasen wir von der Mühle in Frasco - der Weg war es leider nicht wert. Es handelt sich um ein kleines Häuschen, welches nur Samstags zur Besichtigung geöffnet hat. Wir gehen weiter zur Unterkunft: Campagna Albergo Ristorante Familienhotel - interessant ist, dass diese "Casa-Rifugio" zum Schutz der Bevölkerung gebaut wurde, sodass bei Lawinengefahr schnell evakuiert werden kann und sich sonst als Unterkunft mit gutem (!) Restaurant mit sehr nettem Service eignet.

Wir essen Abends eine wirklich ausgezeichnete Pizza und erholen uns in ordentlichen, gepflegten und ruhigen Zimmern.

Tag 7  Frasco -> Berzona 
ca. 19,5 km - ca. 276 Hm Aufstieg - ca. 627 Hm Abstieg - 8,5 Std.

Am nächsten morgen starten wir nach einem reichhaltigen Frühstück bei frischen Temperaturen und blauem Himmel entlang der Verzasca in Richtung Süden den "Sentierone", welcher zwischen Sonogno und Tenero durchgehend mit Logo und Routen-Nr. 74 von SchweizMobil beschildert ist.

Nach kurzer Zeit durchqueren wir eine alte verlassene Siedlung mit einigen Rustici.
Bei Alnasca entdecken wir schwer beeindruckt drei Skydiver am Himmel, die dann mit Fallschirm auf der Wiese neben uns landen. Dort wechseln wir auf die andere Seite des Flusses und laufen durch Brione, wo wir uns an der Kirche im Supermarkt etwas Obst und Joghurt kaufen, eine kleine Rast einlegen und schließlich weiter bis Lavertezzo laufen.

Das türkise Wasser lockt zum Baden, aber vorsicht! Es stehen überall Warnschilder: das Wasser ist kalt und weist eine starke Strömung auf. Es wird deutlich davor gewarnt, dass jährlich einige Badeausflüge tödlich enden! 

Hinter Brione startet auch der Kunstweg im Verzascatal, wir folgen der Via Cantonale in Richtung Süden. Nach wenigen Metern begegnen wir bereits dem ersten Kunstwerk:

Eine bunt gestreifte Säule aus den natürlichen Materialien der Region markiert den Beginn des Kunstweges. Auf dem Weg entdeckt man etliche Installationen verschiedener Künstler - detaillierte, begleitende Beschreibungen findet man viele im Internet.

Nach gemütlichen 4 h (inkl. Pausen) erreichen wir die "Ponte dei Salti". Die Brücke ist meist (wie auch an diesem Tag) stark belagert und schöne Erinnerungsfotos konnten wir nicht machen :-/ 

Wir überqueren die Brücke und laufen durch LAVERTEZZO. Unterhalb von Lavertezzo machen wir eine Rast im Restaurant Ai Poss. Da es sich zuzieht und wir noch ca. 9 km vor uns haben, entscheiden wir uns, eine Haltestelle mit dem Bus bis Corippo zu fahren. Wir gehen hinauf zum Hangdorf - auf halber Strecke spricht uns ein Paar an, der Mann berichtet, dass sie uns bereits am Vormittag hinter Frasco gesehen haben und erkundigt sich interessiert, ob wir die Strecke bis hierher gelaufen seien. Wir berichten von unserem Plan von Duisburg aus bis Rom zu laufen. Schwer beeindruckt, sind sich aber beide einig, dass sie das Auto bevorzugen und gleich wieder zurück zum Hotel nach Locarno fahren :)
Oben angekommen besichtigen wir den Ortskern mit seinen Häusern aus dicken Natursteinmauern und mit Steinplatten gedeckte Dächer. Wir stellen fest, dass tatsächlich im Ort bedeuerlicherweise kaum eine Seele mehr wohnt. Die anwesenden haben offenbar die 70 bereits überschritten. 
Schließlich gehen wir wieder hinab, durch Vogorno gehen wir bis Berzona zum Hotel Al Lago. Wir genießen den Abend auf der Terrasse mit weitem Ausblock über den Lago Vogorno und sind fasziniert darüber, was wir in einer Woche alles gesehen haben: Schnee, Gletscher, gefrorene Seen, Temperaturen von 0 bis 26 Grad. Heute haben wir schon die ersten Palmen auf dem Weg gesehen. Es ist schon jetzt kaum vorstellbar, dass die ganzen Eindrücke aus nur einem Urlaub stammen.

Tag 8  Berzona -> Locarno
ca. 14 km - ca. 169 Hm Aufstieg - ca. 442 Hm Abstieg - 5 Std.

Vom Hotel aus gehen wir entlang des Sees die Straße bis zum beeindruckenden "Golden Eye" Staudamm (In der Mitte der Staumauer befindet sich die höchste stationäre Bungee-Anlage der Welt). Nach einigen Erinnerungsfotos verlassen wir die Hauptstraße und folgen weiter der Beschilderung Richtung Süden links hinauf nach Tenero. Beim Migros in Tenero kaufen wir etwas Obst ein und machen eine kurze Rast am Kiosk gegenüber, wo sich auch eine öffentliche Toilette befindet. Von dort aus halten wir uns weiter südlich Richtung Lago Maggiore. Schließlich gelangen wir an den Hafen und gehen durchgehend am herrlichen Seeufer entlang bis nach Locarno und gehen weiter bis zum Camping Lido. Ein kleiner Fußweg verläuft hinter dem Surf/Segelverein und noch vor der Campingplatz-Zufahrt zum See. Eine schöne Liegewiese mit Zugang zum See. Einfach nur herrlich - 28 Grad, Sonnenschein, leichter Wind. Vor drei Tagen noch zugefrorene Seen, heute Badewannentemperaturen!
Vom Lido aus laufen wir schließlich immer geradeaus in die Altstadt, wo sich das sehr empfehlenswerte, charmante Stadthotel Casa da Vinci befindet. In Ascona findet gerade das JazzFestival statt, so machen wir uns schnell frisch und fahren mit dem Bus ca. 10 Min. nach ascona (die Busse fahren sehr regelmäßig. Wir haben Glück, noch einen Tisch in einem Lokal gleich am Anfang der mondänen Promenade direkt am Ufer zu bekommen und genießen völlig sprachlos die Abendsonne bei einem Aperol Sprizz bzw. Bier, sehr guter Pasta und Jazzmusik. Was für ein Flair!!

Schlielich geht es mit dem Bus zurück, wir trinken noch einen Absacker nähe der Piazza in Locarno in der Pardo Bar

Tag 9  Locarno->Magadino->Alpe di Neggia->Alto Malcantone
14 bzw. 22 km - ca. 800 Hm bzw. 2007 Hm Aufstieg - ca. 1372 Hm Abstieg - 7-9 Std.

Zum Endspurt der 8. Etappe haben wir heute einen sehr langen und anstrengen Tag vor uns.
Von Locarno aus fährt stdl. ein Schiff rüber nach Magadino/Vira odder man nimmt den Zug. Von Magadino und Vira aus führt ein Wanderweg zur Alpe di Neggia, wo man auch übernachten kann. Da wir nur noch 2 Tage haben, entschließen wir uns, den Bus bis zur Alpe zu nehmen (im Vorfeld bei der Planung die Abfahrtszeiten beachten!).
Von der Alpe aus geht es der Beschilderung nach stetig ansteigend und z.T. über anstrengende Passagen hoch zum Gipfelkreuz des Monte Tamaro. Völlig erschöpft oben angekommen wundern wir uns über die vielen munteren Meschen, z.T. mit Flipflops! Und stellen fest, dass es einen "Spazierweg" vom Ausflugslokal Monte Tamaro gibt, welches mit der Seilbahn erreichbar ist :D
Wir machen ein paar Fotos und versuchen dabei, NICHT die vielen Wochenendtouristen mit drauf zu haben ;)

Mit leichhter Skepsis setzen wir unsere Wanderung fort zum Monte Gradicioli, angegeben mit 2,5 Std. - die Schweizer setzen hohe Maßstäbe, was die Wanderzeiten angeht ;)

Am nächsten Gipfelkreuz angekommen, werden wir von einem Österreicher begrüßt, der uns beruhigender Weise bestätigtz, dass die Zeitangaben der schweizer Wanderwegweiser mehr als sportlich sind. Wir beraten uns, wie wir am besten weiter gehen, denn der Wegweiser in Richtung Osten nach Arosio, welchen wir noch im Internet gesehen haben, ist verschwunden - später wissen wir auch, warum: ausgesetzte Stellen, großer Teil Wege nicht mehr markiert. Im letzten Jahr war der Weg noch in Outdooractive markiert, inzwischen ist er auch auf der Karte nur streckenweise vorhanden. Deshalb kann ich nur empfehlen, den beschilderten Weg über Monte Pola, Richtung Vezia nach Mugena zu gehen - zwar länger, aber zumindest vorhanden, gepflegt und einwandfrei begehbar...
Schließlich bei 25 Grad, durchgehend ☀️☀️☀️nach einem niemals enden wollenden Abstieg von 1400 Höhenmetern in Mugena im netten Hotel Il Castagno angekommen. Das Essen ist ausgezeichnet. Tessiner Küche mit umfangreicher Weinkarte und außerordentlich freundlichem Service. 

Tag 10  Alto-Malcantone -> Lamone-Cadempino
6,1 km - 42 Hm Aufstieg - 880 Hm Abstieg - 2 Std.
Nach einem gesunden, reichhaltigem Frühstück geht es bergab zunächst Richtung Arosio, stets der Hauptstraße folgend in Serpentinen hinab nach Gravesano. Wir überqueren den Fluß und laufen bis zum Bahnhof Lamone-Cadempino-

Nach 6 km bergab verabschieden wir uns zunächst von der Schweizer Bergwelt.

Die Tour war außerordentlich: wunderschön, eindrucksvoll, einmalig. Nicht ein Tropfen Regen, nicht zu warm, nicht zu kalt, alles rundum perfekt: die Menschen, die Wege, die charmanten Unterkünfte mit ausnahmslos herausragenden Gastgebern. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Bellinzona sagen wir: merci Schweiz, Grazie Mille Ticino. Ab hier geht es demnächst weiter mit Etappe 9  ❤️

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Koordinaten

DG
46.659888, 8.671009
GMS
46°39'35.6"N 8°40'15.6"E
UTM
32T 474829 5167422
w3w 
///kostüme.weiten.zoll
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Ausrüstung

Gutes T2-T4 geeignetes Schuhwerk - sogar Mitte Juni können Steigeisen / Eispickel ratsam sein.

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
137 km
Dauer
61:50h
Aufstieg
6466 hm
Abstieg
8191 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Streckentour Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit

Statistik

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